Muse “ The Resistance „

16 Oktober, 2009

The Resistance

Um mal wieder was Neues in dieser Rubrik zu besprechen, wurde lange überlegt was ein aktuelles „Konsensalbum“ sein könnte. Nun gut – die neue Muse!

Subjektiv betrachtet ist “ The Resistance“ das bisher schwächste Album dieser Band. Aber was heißt hier eigentlich schwach und das bei einer Band wie Muse…??? Nicht das in dieser Scheibe nicht  musikalisches Feuer stecken würde und  kreative Ideen verbraten werden, die bei anderen Musikanten zur Erstellung von drei Alben gereicht hätten. Aber selbst beim wiederholten Durchhören der Scheibe bleibt ein schaler Beigeschmack. Es schmeckt nämlich nach Hochglanzpolitur und überkandideltem Bombastrock.

Muse steht ja nun schon seit ihrem 1999er Debüt „Showbiz“ für innovativen Artrock, der sich bei allerlei anderen Stilen bedient und dabei trotzdem immer etwas Neues geschaffen hat, was originär schien und sicher den Erfolg der Band rechtfertigt. Auf dieser Platte  haben die drei Briten es aber  übertrieben. Das gesamte Werk ist überproduziert und wie mit Zucker übergossen. Selbst die knallharte Seite der Band kommt in den Krachern wie „ Unnatural Selection“ und „MK Ultra“ zuckersüß daher. Es gipfelt zum Schluß in einer dreiteiligen Bombastsinfonie  mit Namen „Exogenesis“. Überall zirpt und fiept es und zu allem Überfluss noch mit riesigem Orchester. Man weiß gar nicht, wo man hinhören soll.

Keine Missverständnisse: alles auf dieser Platte hört sich SCHÖN an und wird Millionen Menschen auf diesem Planeten rauschhafte Hörerlebnisse liefern, aber es ist gleichzeitig zu viel – viel zu viel!!!! Matt Bellamy, der geniale Kopf und Songschreiber der Band, glänzt hier erstmals sogar mit unverholen offen präsentierten Zitaten aus dem schier unerschöpflichen Fundus der Klassik: Chopin, Saint Saens und Tschaikowsky werden verbraten, dass es eine Art hat….

Muse lässt sich mit dieser Scheibe nur zwei Optionen für die Zukunft offen: entweder geht’s schnurstracks in Richtung rosafarbenem BombastPOP und wird belanglos, oder das Projekt Muse implodiert zum straighten Punkrock. Alles scheint mit „The Resistance“ ausgereizt.

Nach Yes und Genesis kamen in den Siebzigern bekanntlich die RAMONES und Sex Pistols….. 

Standort in der Musikabteilung der Zentralbibliothek: CD Rock Pop / 80.1060 oder Bestseller CD 26 bzw. 61

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