Khider, Abbas – Der falsche Inder

11 Mai, 2009

Im Jahr 2000 strandet  Abbas Khider nach zweijähriger Haft im Irak und jahrelanger Flucht durch sechs Länder in Deutschland. 2008 veröffentlicht der irakische Lyriker, der bei seiner Ankunft in Deutschland kein Wort Deutsch sprach, seinen Debütroman in deutscher Sprache. So erstaunlich diese Umstände sind, so faszinierend ist dieser Roman, der gleichzeitig eine Sammlung von Kurzgeschichten ist. In eine Rahmenhandlung eingebettet berichtet Khider achtmal mit unterschiedlichen Schwerpunkten und aus verschiedenen Blickwinkeln die Erlebnisse seines Protagonisten Rasul in Bagdad, auf der Flucht und in Deutschland. Mal erzählt er von der Schreibwut, die ihn begleitet, mal von Wundern, die ihn überleben ließen und mal von Gesichtern, die ihm immer wieder begegnen. Am Ende des Buches schließt sich der Kreis und man möchte nochmal zum Anfang zurückkehren. Eine faszinierende Romanform und eine Lebensgeschichte, die man nicht in Einklang bringen möchte mit dem jungen fröhlich wirkenden Autor.

Standort: Zentralbibliothek – Zeitgeschichte K

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