Archiv für April, 2009

Bela Fleck & The Flecktones “ Live at the Quick“

23 April, 2009

 

Produkt-Information

Und gleich noch ‘ne neue Platte im Bestand, die es wert ist angepriesen zu werden!!

Und dann auch noch Jazz – das hat es hier ja bisher nicht gegeben…

Nun muss diese Platte ja etwas haben, dass sie von den Menschen. die hier nur Rocksachen besprechen, so über’n grünen Klee globt wird. Ja also,….

Dieser Bela Fleck ist einfach ein Zauberer auf seinem Instrument – dem BANJO!!!!!

Als ausgewiesener Jazz und Bluegrassmusiker hat er auf diesem umwerfenden Livealbum eine Band um sich geschart, die allesamt wie er Ausnahmemusiker sind. Allen voran Victor Wooten, der in der Jazzszene den Ruf hat, wie Marcus Miller ein Magier auf seinem Instrument zu sein. (Anspieltipp auf der Platte: Wootens Improvisation über „Amazing Grace“ !!!) Mit von der Partie sind auf diesem Album, das stilistisch Stücke aufweist, die hauptsächlich in den Bereich des Fusion-Jazz einzuordnen ist, sind Flecks Mitstreiter, die ihn seit Jahren als Ausnahmeband „The Flecktones“ begleiten.

Als Knüller des mitgeschnittenen Abends tritt ein mongolischer Obertonsänger auf, der bei zwei Songs Teil der unglaublichen Performance auf diesem Album ist. Ein weiteres Highlight ist Flecks Improvisation über eine Bach’sche Lautensuite auf dem Banjo – unglaublich!!! Virtuoser geht’s nimmer….

Fazit: höchst unterhaltsame und virtuos vorgetragene Fusion-Jazzmucke, die schon wegen des verwendeten Instrumentariums der Brüller ist.

Standort: Zentralbibliothek Musikabteilung CD Modern Jazz / 60.394

The Decemberists “ The Hazards of Love „

20 April, 2009

 

The Hazards of Love

2009  – und noch keine CD Empfehlung im Blog der Stadtbibliothek – na jetzt aber mal….

Auf der anderen Seite: wer liest das hier eigentlich und orientiert sich mit seiner eigenen Ausleihe daran? Hiermit soll ermuntert werden zum Schreiben von Kommentaren zu den von uns für Sie ausgewählten Medien. Die Möglichkeit besteht und es ist für alle hier Beteiligten von Nutzen, wenn hin und wieder mal eine Rückmeldung aus den schier unendlichen Weiten des Internets an uns zurückfließt – Dank schon mal…

Aber nun zum musikalischen Ereignis: die kleine Kapelle um ihr Mastermind Colin Meloy, die sich in den letzten Jahren schon tolle Musik für ihre Platten „The Crane Wife“ und „Picaersque“ ausgedacht hat, erstaunt die Gemeinde der Musikliebhaber mit „The Hazards of Love“ auf’s Neue. In Zeiten von Download und MP3 staunt man nicht schlecht, das uns die Musik auf „Hazards…“ als in einem Guss durchkomponiertes Werk und inhaltlich (fast) antiquiert in Form eines Konzeptalbums wie in dern 70ern daherkommt. Wer sich mit den oben erwähnten Vorgängeralben der Band beschäftigt hat, wird allerdings weniger von den Socken sein, da der Schritt zum monolithischen Konzeptalbum nur folgerichtig war.

Textlich zwar ziemlich krude und in der Form einer Moritat des 19.Jahrhunderts daherkommend, eröffnet uns dies Album mit seinen bittersüßen Melodien aber auch Momenten äußerster Gespannt-und Gereiztheit einen tiefen Einblick in das musikalische Universum jener Band, die sich gleichzeitig als Lordsiegelbewahrer der Folktradition, aber auch als Speerspitze des Progrssive(rock)folk versteht. Reich an musikalischen Zitaten der oben erwähnten 70er ist diese Musik zweifelsohne. Aber es entsteht durch die ungewöhnliche Anlage als inhaltliches Konzept etwas, was einem als Freund von King Crimson, Pink Ployd oder Fairport Convention irgendwie bekannt vorkommt, doch aber auch spannend und Neu ist. Hier und da mäandert sogar dickhosiger Metal neben gar lieblich gezupften Folkweisen daher und das hat was….

Mit Sicherheit eine DER Platten des Jahres – erst recht, wenn man mit der Musik von vor vierzig Jahren was anzufangen weiß.   Auszuleihen unter der Signatur CD Rock Pop / 80.2470 in der Musikabteilung der Zentralbibliothek