Archiv für August, 2008

Ralph Vaughan Williams „Sinfonien“

23 August, 2008

 

Violinkonzert Op. 61/The Lark Ascending  [HYBRID SACD]V.WilliamsStreichquartette Nr.1+2

Ralph Vaughan Williams ist einer der bedeutendsten englischen Komponisten des 20. Jahrhunderts und in unseren Breiten – und Längengraden leider immer noch für viele Zeitgenossen ein unbeschriebenes Blatt. Da er am 26.8. vor fünfzig Jahren starb, ist dies Anlaß genug, ihn in unserem Blog den geneigten Hörern ans Ohr zu legen.

Im angelsächsischen Raum genießt der Komponist bis heute eine ungebrochene Popularität, die sich darin zeigt, das viele seiner Werke bis heute fest im Repertoire der Orchester, Chöre und Kammermusikensembles verwurzelt sind. In Deutschland ist erst in den letzten Jahren eine gewisse „Vaughan Williams – Renaissance“ auszumachen. Einige große und bedeutende Orchester haben diesen begnadeten Melodiker für sich (wieder-) entdeckt und bringen sein umfangreiches Oeuvre zur Aufführung. Auch das Wuppertaler Sinfonieorchester hat in den letzten Spielzeiten einige seiner Werke erklingen lassen. Stellvertretend und geradezu als musikalischer Gipfelpunkt seines umfangreichen Schaffens, das fast alle Gattungen der klassischen Musik abdeckt, wollen wir seine neun Sinfonien empfehlen.    

In ihnen kann man den musikalischen Reichtum und das melodische Universum von Vaughan Williams erforschen, da die neun Werke in ihrer Anlage zum Teil völlig unterschiedlich sind und sich programmatisch voneinander unterscheiden. Vaughan Williams ist ein Meister der Stimmungen und erreicht durch sein Geschick, die Orchesterfarben so nuanciert und gekonnt einzusetzten, den selben Effekt wie ein Maler, der die Farben seiner Palette meisterlich zur Wirkung bringt. Allen Sinfonien voran stehen die drei mit programmatischen Namen versehenen Sinfonien Nr. 1, 2 und 7. Wie es ihm in diesen Werken exemplarisch gelingt, den Hörer auf Reisen durch Landschaften (Antarktis und das Meer ) bzw. durch Städte ( A London Symphony ) mitzunehemen, ist außerordentlich. Ebenfalls ganz große Musik ist seine weltberühmte Romanze für Violine und Orchester „The lark ascending“, die jeder mit Interesse an klassischer Musik kennen sollte. Auch die Streichquartette, die ein Kleinod dieser Gattung darstellen und bei uns nahezu unbekannt sind, werden mehr als empfohlen.

Standort der CDs: Musikabteilung der Zentralbibliothek CD 30. 1694 ( The 9 Symphonies ) ; CD Instrumentalmusik Sampler 30. 1824 ( „The lark ascending“); CD 30. 2066 ( Die Quartette )

M. Sedgwick: Das Buch der toten Tage

15 August, 2008

Das Buch der toten Tage erzählt die Geschichte eines Jungen, der auf den Namen „Boy“ hört und seit einiger Zeit für den Magier Valerian arbeitet. Dieser ist ein eigenbrötlerischer und launischer Mensch, der Boy oft schlecht behandelt. Für Boy ist diese Leben zwar immer noch besser als das Leben auf der Straße, doch als er für Valerian eine Botschaft abholen soll, dessen Überbringer vor Boys Augen umgebracht wird, ist nichts mehr wie vorher. Boy findet sich in einem fantastischen Abenteuer wieder, in dessen Verlauf er seinen Herrn unterstützen muss „Das Buch der toten Tage“ zu finden. Dieses Buch ist Valerians letzte Rettung, um den Pakt mit  bösen Mächten zu lösen, den er vor 15 Jahren schloss und der nun endet. Sie werden dabei tatkräftig von Willow unterstützt, die Boy in ihr Herz geschlossen hat, dem Magier Valerian aber nicht so recht traut…zu Recht?

Dieses Buch lebt von der kaum durchschaubaren Person Valerian, denn bei ihm weiß der Leser nie so recht ob er gut oder böse ist und der eigentlich guten Storyidee. Die Hauptfigur Boy ist leider weder clever, diesen Part übernimmt das Mädchen Willow, noch stark (auch nicht psychisch) und so bringen fast nur Valerian und Willow die Story voran. Bei Boy handelt es sich um einen eher introvertierten Jungen, dessen einzige Begabung darin zu bestehen scheint, sich in enge Räume zu quetschen und unauffällig zu sein. Er spielt bis zum Schluss Valerians Marionette. Leider bleiben am Ende auch viele Fragen offen und viele kleine Details werden nicht aufgelöst. Bei manchen wirkt es so, als hätte der Autor selbst keine Antwort darauf. Außerdem nervt die ständige Geheimnistuerei Valerians, obwohl dem Leser schon früh klar wird, worum es geht (nicht zuletzt dank dem Klappentext). Insgesamt ist aus einer guten Idee ein durchschnittlicher Roman geworden, der es nur teilweise schafft eine passende Atmosphäre aufzubauen.

 

Standort: BÜCHERSCHIFF – Fantasy & Mystery

The Hold Steady „Stay Positive“

2 August, 2008

 

Stay Positive

Nun im August ist es Zeit, auf eine Band aus New York aufmerksam zu machen, die zwar schon seit 2003 vier Alben produziert hat, aber erst mit ihrem aktuellen Werk „Stay Positive“ verstärkt bei uns wahrgenommen wird. Die Platte hat in diversen Musikredaktionen Begeisterungsstürme ausgelöst und wird zu Recht über den grünen Klee gelobt.

Die Musik auf „Stay Positive“ ist kurz gesagt knackiger Rock der erfrischendsten Sorte! Zwei Gitarren, Bass, Drums und Keyboard sorgen zusammen mit der prägnanten Stimme von Sänger Craig Finn( ähnlich kehliges Organ wie Randy Newman )  für puren Hörgenuss. Bei jedem Durchlauf dieser Scheibe gewinnt man darüber hinaus den Eindruck, dass sich die Riffs und Songstrukturen der einzelnen Tracks immer subtiler in die Gehörgänge und damit in die Großhirnrinde einbrennen, um dort – nicht nur für kurz – zu verweilen.

Das Album hat das Zeug zum Klassiker und es würde nicht verwundern, wenn am Ende des Jahrzehnts diese Scheibe in diversen Ranglisten der „Topalben“ der 00er wieder auftauchen würde.

Anspieltipps: „Constructive Summer“, “ Sequested in Memphis“, und „Lord, I’m Discouraged“ mit DEM Gitarrensolo des Albums…

Standort: Musikabteilung der Zentralbibliothek CD Rock Pop 80.3379