The Gutter Twins „Saturnalia“

15 April, 2008

 

 Saturnalia

 Mark Lanegan und Greg Dulli, zwei der musikalisch einflussreichsten Künstler der neunziger Jahre, haben endlich ihre schon einige Jahre andauernde Zusammenarbeit mit einem hervorragenden Debütalbum gekrönt. Die „Screaming Trees“ und „Afghan Whigs“, deren Chefs die beiden waren, veröffentlichten ja diverse Alben, die man  nicht gerade als Soundtrack für einen Kindergeburtstag verwenden konnte.

Demzufolge ist auch dieses Album  nicht die ideale Untermalung für einen lichtdurchfluteten Frühling. Düsternis in den Texten und musikalisch eher grau bis schwarz sind die Grundfarben, in denen dieses Werk gemalt ist.  Dabei ist diese Platte aber keineswegs ein billiger „EMO“ – Abklatsch, wie man ihn dutzendfach als Muzak an der Fleischtheke unseres Lieblingssupermarktes zu hören bekommt.

Dulli und Lanegan verstehen ihr Handwerk natürlich aus dem ff. Das Grundgerüst ist der Blues und auf diesem baut sich die Musik auf „Saturnalia“ auf. Herrlich dräuend orgelt das Mellotron und von hinten schleichen sich fiese Gitarren und düstere Loops heran. Gesanglich sind die Zwei regelrechte Antipoden: während Dulli’s Stimme häufig greint und quengelt wie ein Kleinkind, bleibt Lanegan konstant in seinem Bierbaß für den man ihn so liebt. Dadurch entstehen vor allem in den Stücken, in denen die zwei im Duett parlieren hervorragende Reibungen, die die Stimmung der Musik zusätzlich verstärkt.

Fazit: Musik mit Verstand und zum intensiven Eintauchen in eher düstere Stimmungen, die durchaus auch im Frühjahr vorkommen….

Musikabteilung Zentralbibliothek: CD Rock Pop / 80.2625  

 

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